Schönheit ist ein individuelles Empfinden – und für Dr. Madeleine Stübler weit mehr als nur ein äußeres Merkmal. In ihrer Arbeit als Plastische Chirurgin in Graz geht es nicht nur um Perfektion, sondern auch um Vertrauen, Präzision und ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse ihrer PatientInnen.
Doch wie definiert sie selbst Schönheit? Welche Entwicklungen faszinieren sie in ihrem Fachgebiet? Und wie begleitet sie Frauen, die nach einer Brustkrebserkrankung über eine Rekonstruktion nachdenken? In diesem Interview gibt Dr. Stübler persönliche Einblicke in ihre Arbeit, spricht über technologische Fortschritte in der plastischen Chirurgie und erzählt von Momenten, die sie nachhaltig geprägt haben.
Was bedeutet Schönheit für Sie persönlich?
Schönheit heißt für mich, das eigene Ich und die Natürlichkeit zum Strahlen zu bringen.
Viele Menschen haben Angst vor plastischer Chirurgie – wie nehmen Sie Ihren PatientInnen diese Sorgen?
Ich bin für meine PatientInnen von Anfang an da und versuche, auf Ihre Wünsche, Sorgen und Bedenken einzugehen. Der Weg bis hin zur Operation und danach ist ein gemeinsamer und meine PatientInnen werden durchgehend von mir betreut.
Mir ist es wichtig, dass meine PatientInnen sich zu jedem Zeitpunkt wohl und sicher fühlen, aus welchem Grund auch manchmal mehrere Sitzungen und Informationsgespräche notwendig sind, um etwaige Zweifel und Ängste zu begleichen.
Für meine PatientInnen da zu sein und Ihnen ihre Ängste und Sorgen zu nehmen, hat für mich oberste Priorität – wir gehen den Weg gemeinsam!

Was war der prägendste Moment in Ihrer Karriere als plastische Chirurgin?
Der prägendste Moment und auch ein Teil meines Entschlusses für das Fach der Plastischen, Ästhetischen und Rekonstruktiven Chirurgie war während meiner Assistenzarztzeit bei Doz. Schrenk im Kepler Universitätsklinikum Linz, als bei einer jungen Brustkrebspatientin beide Brüste amputiert werden mussten und wir sie damals primär rekonstruiert haben.
Es gab der Patientin in ihrer schweren Zeit das Gefühl, trotzdem ein normales Leben zu haben. Da wusste ich, dass wiederherstellende Brustchirurgie und High Quality Chirurgie meine Lebensaufgabe sein sollen – damit es meinen PatientInnen gut geht.

Welche Bedeutung hat der technische Fortschritt in der plastischen Chirurgie?
Natürlich gibt es immer wieder technische Fortschritte und Verbesserungen, dennoch sehe ich das Handwerk des Chirurgen, die genaue Planung und die Präzision der chirurgischen Ausführung als wichtigstes Element für perfekte Ergebnisse.
Eine sehr gute Weiterentwicklung sind zum Beispiel Simulationsprogramme wie Crisalix, welches ich auch selbst zu Simulationszwecken für mögliche Operationsergebnisse für Brust, Nase und Gesichtsstraffungen nutze. Es bietet mir die Möglichkeit, meinen Patienten und Patientinnen zu zeigen, wie ihr neues Ich aussehen könnte und somit die Beratung auf ein High Quality Level zu heben.
Welche Rolle spielt das persönliche Gespräch mit den PatientInnen in Ihrer Arbeit?
Das Gespräch mit meinen PatientInnen sehe ich als den ersten Schritt, Vertrauen zu schaffen, denn, wie ich schon erwähnt habe – es ist immer ein gemeinsamer Weg!
Ich versuche durch genaue und ausführliche Gespräche meine PatientInnen kennen zu lernen, sie zu verstehen und bestmöglich auf Ihre Wünsche einzugehen.

Was sind die größten Herausforderungen in der modernen plastischen Chirurgie?
Eindeutig der Wettbewerb, da es nicht nur zahlreiche Plastische Chirurgen, sondern auch viele vermeintlich günstige Angebote im Ausland gibt, die leider oft nicht in guter Qualität und ohne Patientenüberwachung und Nachbetreuung durchgeführt werden.
Leider werden PatientInnen durch solche Lockangebote in die Irre geführt und sind in weiterer Folge mit schlechten Ergebnissen und Mehrkosten konfrontiert.
Welche Trends und Innovationen begeistern Sie derzeit am meisten?
Der Schritt zurück zur Natürlichkeit – vor allem im Bereich Filler und Faltenkorrektur.
Bisher galt: Je mehr, desto besser – geprägt durch die großen Vorbilder der Schönheitschirurgie in den USA und Brasilien. Jetzt ist es zu einer Trendumkehr gekommen: Weg von „so groß und unnatürlich wie möglich“ hin zu einer dezenten Verjüngung, die Altersveränderungen kaschiert, ohne dabei offensichtlich zu sein.
Und genau das ist auch mein Motto: „Natürlich jugendlich altern“ – und das ist machbar!

Welche Botschaft möchten Sie Frauen mitgeben, die nach einer Brustkrebsdiagnose über eine Rekonstruktion nachdenken?
Dass es ein schwerer langer Weg war und ist – doch dass jede Frau dank der Möglichkeiten einer Rekonstruktion ihre Weiblichkeit und ihr Körpergefühl bewahren kann.
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