Worum geht es in diesem Artikel?
Dieser Artikel vergleicht die Brustvergrößerung mit Implantat und mit Eigenfett. Er zeigt, für wen welche Methode in Frage kommt und welche Rolle Fettreserven, Brustform und Volumenwunsch bei der Entscheidung spielen
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Weitere InformationenDas Wichtigste vorab zusammengefasst
- Mit einem Implantat lässt sich das gewünschte Volumen in der Regel in einem einzigen Eingriff erreichen
- Für einen deutlich sichtbaren Volumenaufbau sind mit Eigenfett häufig mehrere Eingriffe erforderlich
- Welcher Anteil des übertragenen Fetts dauerhaft einheilt, ist individuell unterschiedlich und vorab nicht exakt vorhersehbar
- Voraussetzung für Eigenfett sind ausreichende Fettreserven
- Formkorrekturen wie Asymmetrien oder eine tubuläre Brust gelingen mit einem Implantat meist deutlich besser
Worin unterscheiden sich Implantat und Eigenfett bei der Brustvergrößerung?
→ Beim Implantat wird das Volumen in einem Eingriff durch ein Silikonimplantat aufgebaut. Beim Eigenfett (Lipofilling) wird körpereigenes Fett übertragen, meist in mehreren Sitzungen.
Bei einer Brustvergrößerung mit Implantat legen wir das ungefähre Volumen bereits vor der Operation fest. Während des Eingriffs verwenden wir Probeimplantate. So lässt sich die Größe exakt an Anatomie und Dehnbarkeit des Gewebes anpassen. Je nach Ausgangssituation platzieren wir das Implantat vor oder hinter dem Brustmuskel.
Beim Lipofilling wird Fett mit einer feinen Kanüle zum Beispiel an Bauch, Flanken oder Oberschenkeln entnommen, aufbereitet und über kleine Hautstiche in die Brust eingebracht. Damit die Fettzellen überleben, müssen neue Blutgefäße einwachsen.
Einen Teil der Zellen baut der Körper wieder ab. Wie viel Volumen am Ende bleibt, lässt sich im Einzelfall nicht exakt vorhersagen. Deshalb wird die Brust schrittweise aufgebaut. Das Volumen der Brust kann in der Regel mit 2–3 Eingriffen um eine halbe bis ganze Körbchengröße vergrößert werden..
| Kriterium | Implantat | Eigenfett |
|---|---|---|
| Anzahl der Eingriffe | In der Regel ein Eingriff | Häufig mehrere Eingriffe |
| Volumenzuwachs | Individuell planbar, abhängig von Anatomie und gewünschtem Ergebnis | Pro Sitzung begrenzt, für ein größeres Ergebnis können mehrere Sitzungen nötig sein |
| Formkorrektur | Asymmetrien lassen sich größtenteils ausgleichen | Eingeschränkt möglich |
| Planbarkeit | Volumen ist vorab gut planbar | Einheilung individuell, vorab nicht exakt vorhersehbar |
| Narben | Je nach Zugang, z. B. in der Unterbrustfalte | Sehr kleine Einstiche an der Brust und an den Fettentnahmestellen |
| Endgültiges Ergebnis | Nach ca. 3–6 Monaten | Nach ca. 3 Monaten je Sitzung |
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Für wen eignet sich eine Brustvergrößerung mit Eigenfett?
→ Eigenfett eignet sich für Patientinnen mit ausreichenden Fettreserven für das angestrebte Volumen.
Die wichtigste Voraussetzung klingt einfach, schließt aber viele Interessentinnen aus: Es muss genügend Fett vorhanden sein. Da das Volumen über mehrere Eingriffe aufgebaut wird, braucht es geeignete Entnahmestellen mit ausreichender Fettmenge. Neben dem reinen Volumenaufbau kann Eigenfett je nach Brustform auch zur dezenten Konturverbesserung eingesetzt werden.
Eine Eigenfett Brustvergrößerung kann für Sie in Frage kommen, wenn
- Ihnen vor allem Volumen fehlt oder kleinere Unregelmäßigkeiten der Kontur ausgeglichen werden sollen,
- Sie sich eine Vergrößerung wünschen, für die ausreichend Fettreserven vorhanden sind,
- körpereigenes Gewebe für Sie im Vordergrund steht und
- mehrere Eingriffe mit Abstand zueinander für Sie organisatorisch und persönlich vorstellbar sind.
Reichen die Fettreserven nicht aus, kommt eine Brustvergrößerung mit Eigenfett nicht infrage. Bei einem größeren Volumenwunsch oder wenn zusätzlich eine Formkorrektur erforderlich ist, lässt sich das angestrebte Ergebnis mit einem Implantat oft verlässlicher und mit weniger Eingriffen erreichen.
Welche Methode im Einzelfall sinnvoller ist, hängt von der gesamten Ausgangssituation ab.

Wann ist ein Implantat die bessere Wahl?
→ Ein Implantat ist die bessere Wahl, wenn Fettreserven fehlen, ein größerer Volumenzuwachs gewünscht ist oder die Brust zusätzlich in ihrer Form korrigiert werden soll, etwa bei Asymmetrien oder einer tubulären Brust.
In unserer Praxis sehen wir häufig, dass sich gerade schlanke, sportliche Frauen eine größere Brust wünschen. Bei ihnen reichen die verfügbaren Fettreserven für den gewünschten Volumenaufbau jedoch häufig nicht aus, sodass eine Brustvergrößerung mit Eigenfett nicht infrage kommt.
Hinzu kommt, dass eine Brust oft nicht nur vergrößert werden soll, sondern auch eine Formkorrektur braucht. Typische Beispiele sind deutliche Seitenunterschiede oder eine tubuläre Brust, auch Schlauchbrust genannt. Dabei ist die Brust an der Basis schmal und wirkt länglich, der Warzenhof ist häufig vergrößert.
Solche Abweichungen lassen sich mit einem Implantat deutlich gezielter ausgleichen als mit eingebrachtem Fett. Liegt zusätzlich eine Erschlaffung vor, kann die Vergrößerung mit einer Bruststraffung in einem Eingriff kombiniert werden.

Eigenfett gilt vielen als die natürlichere Methode, da kein Fremdmaterial eingesetzt wird. Wo genügend Fett vorhanden ist und der Wunsch vor allem in etwas mehr Volumen besteht, kann Eigenfett gut passen. Muss allerdings auch die Form korrigiert werden, gelingt ein stimmiges Ergebnis mit einem Implantat oft besser.
Dr. MADELEINE STÜBLER
FACHARZT FÜR PLASTISCHE, ÄSTHETISCHE UND REKONSTRUKTIVE CHIRURGIE
Wie unterscheiden sich Aufwand, Heilung und Planbarkeit?
→ Die Brustvergrößerung mit Implantat ist in einem Eingriff abgeschlossen und gut planbar. Beim Eigenfett verteilen sich Aufwand und Erholungszeit auf mehrere Eingriffe und das endgültige Volumen zeigt sich erst schrittweise.
Eine Brustvergrößerung mit Implantat erfolgt in Vollnarkose und dauert, abhängig von Ausgangssituation und Operationsmethode, meist etwa 60 bis 120 Minuten. Danach wird sechs Wochen lang Tag und Nacht ein Spezial-BH mit Brustgurt getragen. Sport ist meist nach etwa sechs Wochen wieder möglich.
Beim Lipofilling werden sowohl die Fettentnahmestellen als auch die Brust behandelt. An den Entnahmestellen wird für einige Wochen Kompressionswäsche getragen. Da sich Ausfallzeiten und Nachsorge mit jedem Eingriff wiederholen, ist der Gesamtaufwand deutlich höher, zeitlich wie finanziell.
Beim Eigenfett kann ein Teil der Fettzellen abgebaut werden, sodass das Ergebnis geringer ausfällt als erhofft. Beim Implantat zählt die Kapselfibrose zu den bekanntesten Risiken. Dabei verhärtet sich das Bindegewebe, das sich um das Implantat bildet.
Das Risiko lässt sich unter anderem durch eine gewebeschonende Operationstechnik unter streng sterilen Bedingungen und die passende Implantatlage verringern. Auch die Erfahrung der Operateurin oder des Operateurs spielt dabei eine wichtige Rolle.
Wie finden wir gemeinsam die passende Methode?
→ Welche Methode zu Ihnen passt, klären wir im persönlichen Beratungsgespräch – Grundlage sind eine Untersuchung von Brustform, Gewebe und Fettreserven sowie Ihre persönlichen Vorstellungen.
Im Gespräch untersuchen wir Brustform, Symmetrie und Hautqualität und beurteilen, ob ausreichende Fettreserven vorhanden sind. Implantate können Sie vor Ort ansehen und anfassen. Eine 3D-Simulation dient als Orientierungshilfe für das mögliche Ergebnis.
Wir blicken gemeinsam auf über 40 Jahre Erfahrung in der Plastischen Chirurgie, Schönheitschirurgie und ästhetischen Medizin zurück und geben Ihnen eine ehrliche Einschätzung, welche Methode Ihr Ziel realistisch erreichen kann.
Sie entscheiden außerdem, ob Sie von einer Ärztin, einem Arzt oder uns beiden gemeinsam begleitet werden möchten. Die Nachbetreuung übernimmt dieselbe Person, die den Eingriff durchgeführt hat.

Uns ist wichtig, offen zu besprechen, was mit welcher Methode realistisch erreichbar ist. Denn die richtige Wahl berücksichtigt immer beides: die Wünsche unserer Patientinnen und ihre körperlichen Voraussetzungen.
Univ. Doz. DR. HELMUT HOFLEHNER
FACHARZT FÜR PLASTISCHE, ÄSTHETISCHE UND REKONSTRUKTIVE CHIRURGIE
Fazit
Ob Eigenfett oder Implantat besser zu Ihnen passt, hängt vor allem von Ihren Fettreserven, der Form Ihrer Brust und dem gewünschten Volumen ab. Eigenfett eignet sich besonders für eine dezentere Vergrößerung, wenn ausreichend Fett vorhanden ist. Soll die Brust deutlicher vergrößert oder auch in ihrer Form korrigiert werden, ist ein Implantat meist die verlässlichere Wahl.
Im persönlichen Gespräch nehmen wir uns gerne Zeit, gemeinsam mit Ihnen den passenden Weg zu finden
FAQ
Wie lange hält das Ergebnis einer Brustvergrößerung mit Eigenfett?
Fettzellen, die dauerhaft eingeheilt sind, bleiben in der Regel erhalten und verhalten sich wie das übrige Fettgewebe des Körpers. Deutliche Gewichtsschwankungen können das Volumen der Brust daher auch nach dem Eingriff verändern.
Wie viel Zeit liegt zwischen zwei Eigenfett-Behandlungen?
Zwischen zwei Sitzungen liegen meist einige Monate. Erst dann lässt sich beurteilen, wie viel Fett eingeheilt ist und wie viel Volumen noch ergänzt werden sollte.
Ist Stillen nach einer Brustvergrößerung noch möglich?
In vielen Fällen ist Stillen auch nach einer Brustvergrößerung möglich, da es Operationstechniken gibt, die die Stillfähigkeit erhalten. Ein bestehender Kinderwunsch sollte bereits im Beratungsgespräch angesprochen werden.
Was ist bei Vorsorgeuntersuchungen der Brust nach dem Eingriff zu beachten?
Vorsorgeuntersuchungen sind sowohl mit Implantat als auch nach einer Eigenfettbehandlung weiterhin möglich. Wichtig ist, die untersuchende Ärztin oder den untersuchenden Arzt vorab über den Eingriff zu informieren.
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Helmut Hoflehner
Univ. Doz. Dr. Helmut Hoflehner ist allgemein beeideter und gerichtlich zertifizierter Sachverständiger sowie stellvertretender ärztlicher Leiter der Schwarzlklinik. Als Spezialist für Ästhetische Chirurgie sieht er seine Arbeit als Lebensinhalt: Den sichtbaren Behandlungserfolg und das gesteigerte Wohlbefinden seiner Patientinnen und Patienten versteht er als Motivation und tägliche fachliche Herausforderung.



